Drittes Lebensalter

Eine neue Lebensphase entsteht

Während der Weg in den Beruf mit viel Vorbereitung verbunden ist, gibt es diese nicht für den  Einschnitt, den die Verrentung darstellt. Die öffentliche Meinung gibt zwar ein »aktives« und »produktives« Altern vor, aber es bleibt dem Einzelnen überlassen, eine neue Rolle für sich zu finden, wenn die Berufs- und Familienrolle zuende ist.

Die »jungen Alten« stehen für eine eine neue Lebensphase, das dritte Lebensalter, das sich vor das abhängigere vierte Lebensalter geschoben hat. In der Auseinandersetzung mit der öffentlichen Meinung bestimmen sie neu, was Alter ist.

Ruhestand ist eine Herausforderung

Für die Ehe- und Lebensberaterin Barbara Langmaack läßt die Verrentung drei wichtige Bereiche von uns als Person kritisch werden:

  • Wer bin ich, wenn ich mich nicht mehr über Beruf und Familie definieren kann? Was war ich vorher und was brauche, wünsche und hoffe ich jetzt?
  • Wo gehöre ich hin, wenn ich keine Kolleginnen und Kollegen mehr habe? Wo kann ich »ich« sein und wo kann ich mich zugehörig erleben?
  • Was sind meine neuen Themen? Was beschäftigt mich, wenn Arbeit/Familie nicht mehr mein Lebensinhalt sind?

Weitermachen oder Nachholen?

Vier »Ruhestandstypen« hat Barbara Langmaack in ihrer Arbeit ausgemacht:

  • Die »Weitermacher« blenden den Wechsel in der Ruhestand aus, sie machen gewissermaßen »freiberuflich« weiter, tun das aber gern und sind neugierig, was jetzt auf sie zukommt.
  • Die  »Anknüpfer« machen sich weiter nützlich mit dem, was sie können. Sie sind eine große Stütze des ehrenamtlichen Engagements.
  • Die »Befreiten« freuen sich, »nie mehr etwas zu müssen«. Sie suchen nach geistiger Nahrung und sozialer Einbettung. Die Gefahr dabei ist, dass sie bei ihren Wünschen bleiben.
  • Die »Nachholer« möchten ganz viel auf einmal. Sie möchten sich als Person weiterentwickeln und sich neue Wissensgebiete erarbeiten, die sie schon immer interessiert haben.

Männer altern anders

Die beste Beschreibung dafür, wie »Alte« sich fühlen, die gar nicht alt sind und wie sie sich auf die neue Situation nach dem Berufsleben zugehen können, stammt von Professor Dr. Eckart Hammer. Wie ist es, wenn Man(n) mit der Rente nichts mehr zu sagen hat und die Ehefrau plötzlich einen neuen »Dauergast« hat? Wenn der Körper sich verändert und es einige Fragen an sein Leben gibt, die jetzt beantwortet werden wollen? Auf dem Weg in ein gutes Alter hält das Leben ein paar »Fallen« bereit, speziell für Männer. 

Wie macht man aus der »zweiten Lebenshälfte« die beste Zeit seines Lebens? »Spätestens mit 55 sollte man entscheiden, ob man seine Jugend oder sein Alter verlängern will«, sagt Professor Hammer. In seinen Veröffentlichungen »Männer altern anders« und »Das Beste kommt noch« geht er diesen Fragen nach.

 

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Altenarbeit im Prot. Dekanat Frankenthal (Pfalz)