Schlagwort-Archive: selbstorganisierte Seniorennetzwerke

Netzwerke

Menschen miteinander in Beziehung bringen

Um die »jüngeren Älteren« zu erreichen, können Kirchengemeinden sich an dem orientieren, was die »Generation 55 plus« für sich selbst entwickelt hat: Selbstorganisierte Seniorennetzwerke sind keine weitere Seniorengruppe in der Gemeinde, aber sie sind das Mittel der Wahl, um mit engagierten und kompetenten Älteren in Kontakt zu kommen. Kirchengemeinden können ihnen selbstlos Räume zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise langfristig etwas gegen das Ausdünnen der sozialen Netze im Alter zu tun.

Netzwerke als soziale Vorsorge

Netzwerke entwickeln sich entlang der vier Netzwerk-Phasen (sie gehen auf  Sylvia Kade und Karin Nell zurück):

  • Ich für mich
  • Ich mit anderen für mich
  • Ich mit anderen für andere
  • Andere mit anderen für mich

Anknüpfungspunkte für die Beteiligung an einem Netzwerk gibt es viele, man kann etwas für sich selbst tun oder für andere. Langfristig sind Netzwerke ein Teil der »sozialen Vorsorge« (Karin Nell): Im hohen Alter gibt es viele »Wahlverwandtschaften«, auf die man zurückgreifen kann.

Frau Blum – ein (leider) alltägliches Schicksal
Forum Seniorenarbeit NRW – Netzwerk-sensible Seniorenarbeit
Selbstorganisierte Seniorennetzwerke

Selbstorganisierte Netzwerke in unserem Dekanat

Das Netzwerk 55 plus Bobenheim-Roxheim ist das erste selbstorganisierte Seniorennetzwerk in unserem Dekanat, es besteht seit September 2008. Initiiert wurde es von der katholischen Pfarreiengemeinschaft, der politischen Gemeinde und dem protestantischen Dekanat.

Ein Netzwerk für Bobenheim-Roxheim
Netzwerk 55 plus

2014 dazugekommen ist das selbstorganisierte Netzwerk für Ältere in der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde Frankenthal.

Die Bürgergemeinde einbeziehen

Auch das Community Organizing, von den nordamerikanischen Kirchen mitentwickelt, ist ein Netzwerkthema. Kirchengemeinden öffnen sich für ihre Umgebung und übernehmen eine Rolle beim Zusammenwachsen eines Gemeinwesens. Bürgerbeteiligung schließt die Älteren und deren Bedürfnisse mit ein.

Community Organizing – Nachbarschaften stärken durch Partizipation

Alter im Wandel

Diese Seite gibt Auskunft über meine Tätigkeit in der Altenarbeit im Protestantischen Dekanat Frankenthal. Im Zuge des weltweiten demographischen Wandels verändert sich die Altenarbeit stark. Wer sich mit Altenarbeit beschäftigt, ist mitten drin in der Diskussion um die Zukunft unserer Gesellschaft.

Anhand des Themas Alter wird unter anderem sichtbar:

  • wie Menschen an den Rand geraten, wenn sie das gesellschaftliche Tempo nicht mehr mithalten können – in der Altenarbeit sind es die altersverwirrten Menschen, die hier in den Blick kommen,
  • wie der gesellschaftliche Wertewandel Menschen motiviert, sich für andere einzusetzen – über die Seniorenbegleiterausbildung trägt die Altenarbeit zum bürgerschaftlichen Engagement bei – und

Im Protestantischen Dekanat Frankenthal ist die Altenarbeit Teil eines der in der Evangelischen Kirche der Pfalz eingerichteten Gemeindepädagogischen Dienste. »Vernetzen und bewegen«, das Motto der Gemeindepädagogischen Dienste, trifft auch auf die Altenarbeit zu: Sie folgt dem gesellschaftlichen Wandel und ist Partei für ein ganzheitliches Altersbild.

Vernetzen und bewegen – Gemeindepädagogische Dienste in der Pfalz

Das Ganze sehen

Alter als Lebensphase, so individuell sie sich für jede(n) gestaltet, ist eine unerschöpfliche Quelle für Einsichten in unser Leben und vertieft unsere Spiritualität. In unserer jugendbetonten Gesellschaft (was  nicht heißt, daß Jugendliche ernster genommen werden als Ältere) fehlen die Stimmen der älteren/alternden/alten Menschen. Altenarbeit ist immer auch Arbeit für eine Gesellschaft aller Generationen oder – besser noch – eine Gesellschaft, die nicht nach dem Alter diskriminiert.

Das Modell einer »altersintegrierten Gesellschaft« hat die amerikanische Gerontologin Bernice Neugarten bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts entworfen – es ist immer noch eine anziehende Vision.

…und genau hinsehen

Vor allem drei Einsichten bestimmen eine zeitgemäße kirchliche Altenarbeit:

  • Unsere Bilder vom Alter sind ein schlechter Ratgeber, sie reflektieren oft mehr unsere eigenen Ängste und Vorlieben. Wir sollten sie immer wieder infrage stellen.
  • Wo »die Alten« für die gesellschaftlichen Probleme verantwortlich gemacht werden, handelt es sich um Altersdiskriminierung. Es ist gut, nach den politischen Interessen hinter solchen Redeweisen zu forschen.
  • In der Altenarbeit gibt es »Wellen«, Altenarbeit ändert sich mit den Generationen der Älteren. Das sollten wir wahrnehmen und  anerkennen, dass es verschiedene »Altenarbeiten« neben- und nacheinander einander gibt.

Aktuelle Aufgaben

In der kirchlichen Altenarbeit heute geht es – eine Positionsbestimmung, die aus der ökumenischen Zusammenarbeit heraus entstanden ist – darum:

  • die Gleichwertigkeit von verschiedenen Generationen von Altenarbeit zu betonen,
  • Demenz als Thema aufzunehmen und gemeinsam mit Kirchengemeinden und Kommunen neue Wege zu gehen und
  • die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen zu stärken und für neue Projekte zu motivieren.

Altenarbeit – ökumenisch